Nun bin ich schon 2 Wochen hier, die Zeit ist viel zu schnell vergangen. Ich bin durch die Stadt gestreift, habe ein hervorragendes Restaurant nach dem anderen ausprobiert und mich in Konzerte und Milonga gewagt.
Und begonnen spanisch zu lernen….
Die Schule ist hervorragend, die Lehrer sehr gut und die Masse an Informationen über die Sprache enorm. In den gut 1 1/2 Unterrichtswochen habe ich schon 3 zeiten, irregelurare und regulare Konjugationen, Objeto diretto & inderetto, reflexive und direkte Verben, partizipative, possesive und was weiß ich noch für Pronomina gelernt. Ich kann mich vorstellen, sagen woher ich komm, was ich in der Kindheit so tat (man spricht ja Preferitto perfecto) und ähnliches.
Dennoch kommt mir das meiste noch ziemlich spanisch vor. Doch die Alltagstauglichkeit meiner Sprachkenntnisse stösst meist recht rasch an ihre Grenzen. Wobei simple Themen wie das Wetter, die politische Krise der Europäischen Union, die Zubereitung von Kühen oder ob man Weinen aus San Juan denen aus Mendoza den Vorzug geben soll ist kein Problem, über sowas redet man beim Taxifahren.
Jedoch die Tücken sind im Detail! Die ausgeprägt Service-Kultur dieses Landes überrascht fast täglich aufs Neue. Gestern Abend war ich Annalena aus der Schweiz im „Restaurante Hispano“ im spanischen Viertel von BA Abendessen (fantastisches Lokal übrigens, quel sorpresa…..).
Das Studium der Speisekarte klappte im großen und ganzen gut (mag vielleicht auch daran gelegen haben dass der Kellern – oder Mozo wie man hier sagt – die zweisprachige gebracht hat, wir haben aber nur die spanischen Seiten angeschaut). Relativ rasch einigten wir uns auf 2, 3 Vorspeisen und die Hauptgänge und wollen die Bestellung aufgeben, sagt der Kellner irgendwas das so nach „gibts net“ klingt. Nachfrage ob das nicht da wäre (es handelte sich um Rablas, das sind Kalamares, und eine Tapasvariaton), Antwort: „Na, Na, das gibts schon, aber die Portion wäre zu groß, wir könnten das nicht alles aufessen. Aber wenn wir unbedingt wollen bringt ers schon“. Gut, wir einigen uns auf eine halbe Portion Rablas und die Tapas, der Kellner war auch damit einverstanden. Als zweiten Gang wollte Anna ein Steak (oder Lomo wie man sagt) mit Pilzen und ich einen Fisch. Durfte ich aber nicht haben, da das Lomo so viel wär und wir sollten uns nach den Vorspeisen doch das Lomo teilen weil das Lomo ohnehin aus 3 Medaillons besteht. Salat durften wir dann wieder ohne Widerrede bestellen.
Das ganze war aber so freundlich und nett gebracht, man wundert sich nur ob man wirklich richtig versteht! Denn in good old Europe wird gebracht, abgerechnet und basta!
Als ich mir nach dem Dessert noch einen Cognac gönnte (aus San Juan natürlich, der aus Mendoza ist nur was für Wildschweine), fragt mich der Mozo nach der Aufnahme der Bestellung wieder was. Es klang so nach „heiß machen“. Ich denk mir „Häh??“ und geb die einzig mögliche Antwort: „Si, Si, seguro“ weil ich keine Ahnung hatte was er will.
Kommt er mit einer Flasche Cognac, einem Schwenker und einer Kanne heißen Wassers, wärmt mit dem heißen Wasser das Glas vor und füllt es erst danach mit Cognac (einem doppelten natürlich).
Und damit lehnt man sich gemütlich in seinem Stuhl zurück, streicht sich wohlig über den mit Köstlichkeiten gefüllten Wamste, jubliert innerlich und denkt sich:
QUIERO ARGENTINA!!!
Y
VIVA BUENOS AIRES!!!